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Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen: So wertvoll war „Sisters United“

Am 7. Juni 2024 fand „Sisters United. Gegen Gewalt an Frauen“ statt. In Kooperation mit der Bühne im Hof, dem Festspielhaus und dem Haus der Frau St. Pölten schaffte die Tangente einen Raum für Austausch, Wissensvermittlung, Inspiration und Empowerment.

Genauer gesagt wurde am Frauenplatz ein liebevoll eingerichtetes Wohnzimmer aufgebaut, das als Bühne für Expert:innen, Künstler:innen, Aktivist:innen, lokale Held:innen und Organisationen diente, die sich täglich für Gleichberechtigung einsetzen. Und das Wohnzimmer war ein Symbol - denn meistens passiert Gewalt an Frauen in den eigenen vier Wänden.

Das Kollektiv „Javaneh“ (Farsi für „aufblühende Knospe“) gab gemeinsam mit Beauty World STP und dem Verein Fairwurzelt den Auftakt. Interessierte hatten die Möglichkeit, sich am kollektiven Kunstwerk zu beteiligen und ein Statement für Widerstand und Empowerment zu setzen, sich die Haare schneiden, die Nägel lackieren zu lassen, oder beim gemeinsamen Gärteln sich zu erden.

  • Kuratorin Magdalena Chowaniec (links) und Olinda Albertoni, Leiterin des Haus der Frau STP © Felix Kubitza
  • Kollektives Kunstprojekt für Widerstand und Empowerment vom Verein Javaneh © Felix Kubitza
  • Kollektives Kunstwerk für Widerstand und Empowerment vom Verein Javaneh © Felix Kubitza
  • Kollektive Aktion mit Verein Fairwurzelt © Felix Kubitza

Während der Podiumsdiskussion sprach der Autor Fikri Anıl Altıntaş über (toxische) Männlichkeit, Rollenbildern, Patriachat und Antifeminismus. Psychologe und Mitbegründer der Männerberatung Graz, Christian Scambor, betonte die Wichtigkeit, Kampagnen zu fördern, um diese (toxische) Männlichkeit und Gewalt zu problematisieren und somit mehr Bewusstsein darüber zu schaffen. Marlene Krubner, Aktivistin für Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung, wies auf die (strukturellen) Missstände hin, sie sprach über Gewalt an Frauen mit Behinderung in Institutionen und erklärte, dass es in Österreich z.B. nur ein einziges Frauenhaus gäbe, das sich als barrierefrei betitelt. Neben weiteren Impulsreden sorgten später Sanna mit ihrer unglaublichen Stimme für Gänsehaut und Schwester Ebra mit ihren Beats und feministischen Songtexten für gute Stimmung und Empowerment.

  • Podiumsdiskussion mit Mahsa Ghafari, Marlene Krubner, Najwa Duzdar, Fikri Anıl Altıntaş, Sonja Aziz, und Christian Scambor (v.l.n.r.) © Felix Kubitza
  • Tanzendes Publikum © Felix Kubitza
  • Musikerin Sanna © Felix Kubitza
  • Rapperin Schwesta Ebra © Felix Kubitza

Währenddessen fand im Festivalzentrum in der Werkstatt eine Tanzparty statt, mit DJ Qamareen aka. Luna Al-Mousli, wo sich FLINTA glücklich auspowern konnten. Weiter ging es dann in die Bühne im Hof zum Finale von „Sisters United“, wo ein Konzert der Band Golnar Shahyar Trio den Tag perfekt ausklingen hat lassen. Die multitalentierte iranisch-kanadische Künstlerin Golnar Shahyar setzt sich in ihrer Musik mit Herkunft und Identität so intensiv und authentisch auseinander, dass all ihre Emotionen spürbar sind und den Zuhörer:innen nahe gehen.

  • Musikerin Golnar Shahyar © Felix Kubitza
  • Golnar Shahyar Trio © Felix Kubitza